Was kann ein SUV?

In Umfragen kommt hier immer wieder ein psychologisches Motiv zum Tragen: Ein SUV wirkt sicherer, dicker, schützender. Den meisten Crashtests zufolge ist das nahezu kompletter Unsinn, ganz abgesehen einmal von der höheren Gefährdung von Fußgängern.

An realistischen Vorteilen muss man den SUVs die gehobene Sitzposition lassen, die das Leben in der Stadt tatsächlich unzweifelhaft angenehmer macht, weil sie einen besser Überblick verschafft, solange man nicht von anderen SUVs eingekesselt ist, wie in modernen Großstädten üblich – SUVs sind das einzige ernsthaft wachsende Fahrzeugsegment in Europa; in Deutschland im Speziellen – nur in den USA steckt da immer noch mehr Potential drin, obwohl der Markt dort bereits früer gestartet und längst riesig ist.

Was kann so ein SUV nicht?

Wie gesagt: mehr Schutz bietet er im Grunde nicht – Kinder sind beim seitlichen Aufprall oftmals etwas mehr aus der Schußbahn. SUVs sind im Schnitt teurer in der Versicherung, verbrauchen realistisch mehr Sprit, auch wenn die genormten Verbräuche noch das Gegenteil behaupten. Allradantrieb ist unzweifelhaft cool, vor allem im Winter, wo er eine signifikant höhere subjektivere Sicherheit erzeugt. SUVs sind teurer zu versichern – und bei den Laderäumen halten sie generell nicht mit – vor allem gemessen an ihrer Verkehrsfläche. Ein Golf Kombi kann weit mehr einstecken als ein Tiguan – weit mehr. Hinzu kommen hier im Regelfall – und das nervt im Alltag gehörig – die teils schier abartig hohen Ladekanten, über die man dann schwere Kinderwagen heben muss (oder alternde Hunde…).

Für den Alltag mit Kindern sind VANS und Kombis im Regelfall weit besser geeignet – wer auf den Allradantrieb steht oder in Regionen wohnt, wo der erforderlich ist, findet auch allradgetriebene Vans – wenn auch fast ausschließlich beim VW-Konzern.

Für diejenigen, die ohnehin frontgetriebene SUVs kaufen oder keinen Allradantrieb brauchen, sind SUVs ein Klotz am Bein – und zwar ein teurere Klotz obendrein.

SUVS sind 2014 im Schnitt 170€ im Monat teurer als ihre korrespondierenden Plattformspender, also beispielsweise ein Golf zum Tiguan, selbst ein Golf Kombi – das summiert sich zu stattlichen 2.000€ im Jahr. Einfach so weg aus Deinem netto-Gehalt – oder die Miete für ein Zimmer mehr…

Auch für SUVs gibt es umfangreiche Werkstatthandbücher.